URSULA BRUNNER

Dr. iur. Dr. h.c. Ursula Brunner, Rechtsanwältin (1950 bis 2019) war eine Pionierin des Umweltrechts. Mit ihrem umfassenden Wissen und Können hat sie sich als Expertin, Gutachterin und Netzwerkerin für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen eingesetzt. Ihr Horizont reichte dabei weit über ihr Fachgebiet hinaus – mit globalem Blick und sozialem Engagement.  

Pionierin und Mäzenin

Ursula Brunner war promovierte Juristin der Universität Zürich und Gründungspartnerin der heutigen Kanzlei ettlersuter Rechtsanwälte. In ihrer beruflichen Tätigkeit widmete sie sich hauptsächlich umweltrechtlichen Fragen. Mit Freude gestaltete sie dieses Rechtsgebiet seit den Achtzigerjahren auf vielfältigste Weise:

  • Über den Kommentar zum Umweltschutzgesetz, als Kommentatorin und erste Redaktorin
  • Durch Rechtssetzungsvorschläge für Gemeinden, Kantone und Bund
  • Mit Vernehmlassungen und Gutachten
  • Durch wissenschaftliche Abhandlungen und kritische Würdigungen von Gerichtsurteilen
  • Über die von ihr mitgegründete Vereinigung für Umweltrecht (VUR) sowie deren Zeitschrift «Umweltrecht in der Praxis» (URP)

Dazu kam die Vermittlung des Umweltrechts: Sie unterrichtete im Rahmen von Weiterbildungsveranstaltungen u.a. an der Ingenieurschule Rapperswil (heute: HSR) und an der Universität Zürich. Für viele Berufskolleg*innen, insbesondere nachfolgenden Umweltjuristinnen und -juristen, hatte sie als Mentorin und Gesprächspartnerin stets ein offenes Ohr. Für ihre Verdienste als «Pionierin des Umweltrechts» verlieh ihr die Universität Zürich 2008 die Ehrendoktorinnenwürde (Dr. iur. h.c.).

In ihren letzten Lebensjahren setzte sich Ursula Brunner intensiv mit dem Klimarecht auseinander. In der von ihr für die Klimaseniorinnen mitverfassten Klage leitete sie unter anderem aus dem verfassungsrechtlichen Vorsorgeprinzip die Verpflichtung ab, dass der Bund die verankerten Klimaziele konsequenter umzusetzen hat. Die Beurteilung durch das Bundesgericht steht noch aus.

Über ihre juristische Facharbeit hinaus war Ursula Brunner die Vernetzung unter den Akteuren des Umweltrechts ein grosses Anliegen. Sie engagierte sich bei verschiedensten Expertengremien: Programm «Mensch – Gesellschaft – Umwelt» der Universität Basel, Schweizerischer Nationalfonds im Schwerpunktprogramm «Umwelt», Eidgenössische Kommission für Lufthygiene und Beratende Kommission des Wasser­forschungsinstituts der ETH. Und sie war bis zu ihrem Tod im Netzwerk FachFrauen Umwelt aktiv.

Doch Ursula Brunner war weit mehr als eine führende Umweltjuristin. Sie förderte den Austausch zwischen Disziplinen und Kulturen zum Beispiel als langjähriges Mitglied der Landis & Gyr Stiftung. Mit ihrer offenen und konstruktiven Art unterstützte sie vielfältige Unternehmen, vom barrierefreien Hotelbetrieb über Projekte zu fairem Handel bis zur Aids-Bekämpfung in Südafrika. Sie wollte Recht und Gesellschaft mitgestalten und setzte sich deshalb ein für eine Welt mit mehr Demokratie und Nachhaltigkeit.

Zustiftung Ursula Brunner

Ursula Brunner hatte stets das Wohl der Anderen im Auge, ihr ganzes Tun war darauf ausgerichtet, Mensch und Umwelt in eine nachhaltige Zukunft zu führen.

Deshalb finanziert die Gebert Rüf Stiftung mit den Mitteln ihrer 2019 erfolgten Zustiftung herausragende Projekte aus den Handlungsfeldern «Digital Education Pioneers» und «InnoBooster». Die Förderung kommt einerseits innovativen Lehrkräften zugute, die sich mit ihren Schüler*innen für eine Schule der Zukunft engagieren. Andererseits werden unternehmerische Talente aus dem Bereich Umwelt und Ernährung in der Markteinführung ihrer Technologie unterstützt.